Historische Plätze mit zeitgemäßer Nutzung und Gestaltung, moderne Neubauten und mittendrin Rostocker und Gäste, Jung und Alt: Die Hansestadt beschließt die geplanten Veränderungen auf breiter Basis durch die Bürgerschaft.

Rahmenplan als Handlungsgrundlage für Innenstadtentwicklung

Die grundsätzlichen Entwicklungsziele für das Sanierungsgebiet werden durch die Stadt mit dem städtebaulichen Rahmenplan "Sanierungsgebiet Rostock" von 1994 und seiner inzwischen zweiten Fortschreibung 2008 definiert. Dabei handelt es sich um "informelle" Pläne, sodass es zunächst keine direkte Auswirkung auf den Grundstückseigentümer oder andere Betroffene gibt. Da der Rahmenplan jedoch von der Bürgerschaft beschlossen wurde, ist er für alle Ämter und technischen Versorgungsträger bindend. So muss auch die folgende Planung für Einzelbereiche (z. B. eine Bebauungsplanung als formelle Planung) den Rahmenplan als Richtlinie respektieren. 

Auswirkungen für die Grundstückseigentümer ergeben sich aus der Notwendigkeit der Erteilung einer sanierungsrechtlichen Genehmigung (nach den § 144/145 BauGB). Hier wird geprüft, ob das betreffende Bauvorhaben mit dem Rahmenplan korrespondiert. Somit kann ein Rahmenplan zwar kein neues Baurecht schaffen, sehr wohl aber Baumaßnahmen untersagen, die nach § 34 BauGB zulässig sind aber gegen die Sanierungsziele verstoßen. Eine solche Versagung war im Rostocker Sanierungsgebiet jedoch nur selten nötig.
 Der Rahmenplan ist zudem die Grundlage zur Vergabe der Städtebaufördermittel durch das Land sowohl für Maßnahmen im öffentlichen Raum - also für Straßen und Plätze - als auch für die Sanierung privater Häuser.


 Der am 19. Januar 1994 von der Bürgerschaft beschlossene städtebauliche Rahmenplan stellte das historische Stadtzentrum und seine wichtigsten Verflechtungsbereiche außerhalb des ehemaligen Stadtmauerringes zum ersten Mal komplex dar. Auf dieser Grundlage konnten Strategien für eine konzentrierte und koordinierte Revitalisierung der Altstadt entwickelt und zwischen allen Fachämtern und den betroffenen Bürgern abgestimmt werden. Der Rahmenplan koordiniert gewissermaßen die vielen Einzelmaßnahmen und gibt ihnen eine gemeinsame städtebauliche Richtung.

Um die Öffentlichkeit einzubeziehen, gab es während der Erstellung des Rahmenplanes durch die Stadt zahlreiche Informationsmöglichkeiten. Auch jetzt erläutern Broschüren und andere Medien interessierten Bürgern die Sanierungsziele. 

Integriertes Gesamtverkehrskonzept mit großem Einfluss

 Großen Einfluss auf das Sanierungsgebiet und den Städtebaulichen Rahmenplan hatte das 
"Integrierte Gesamtverkehrskonzept" (IGVK) der Stadt. Es wurde zwischen 1995 und 1998 erstellt und bildete die Handlungsgrundlage für die Verkehrsentwicklung bis zum Jahr 2010. Die Entlastung der Innenstadt vom Durchgangsverkehr und mehr City-Parklätze für Kunden und Besucher gehören zu den zentralen Anliegen dieser Leitlinie. Wesentliche Teile wie die Koordinierung der Errichtung großer Parkhäuser im Stadtzentrum sowie der Bau der Verbindung Saarplatz - Steintor oder die Verbindungsstraße Schröderplatz - Warnowufer wurden bereits umgesetzt. 

Aktualisierung des Rahmenplans 2008

Mitte der 2000er-Jahre war die Entwicklung der Innenstadt so weit fortgeschritten, dass eine weitere Fortschreibung des Rahmenplanes notwendig wurde. Auch im verkehrlichen Bereich waren neue Ziele zu berücksichtigen. 

Ein weiterer Grund war die Entlassung von Bereichen aus dem Sanierungsgebiet seit 2005. Auch hier musste der aktuelle Zustand erfasst werden. Darüber hinaus galt es, auf Veränderungen im Umfeld zu reagieren, wie etwa im Stadthafen oder im Bereich des Friedrich-Franz-Bahnhofs sowie auf die strukturellen Veränderungen wie z. B. die aktuelle Bevölkerungsentwicklung. Schließlich gab es neue gesamtstädtische Planungen, die den Rahmen neu setzen, wie den Flächennutzungsplan oder das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK). Außerdem war es an der Zeit, von der rein quantitativen Ebene, der Beseitigung offener Missstände, zu einer mehr qualitativen Ebene der Planung zu kommen, sei es im Wohnungsbau oder in der Entwicklung im Einzelhandel. 

Daher war eine weitere Fortschreibung der städtebaulichen Rahmenplanung sehr sinnvoll. Die 2. Fortschreibung des Rahmenplanes wurde am 9. Juli 2008 durch die Bürgerschaft der Hansestadt Rostock beschlossen. 

Als Downloads stehen hier zur Verfügung: 

2. Fortschreibung des Rahmenplans 2008 (PDF 4 MB) 
Gestaltungsplan 2008 (JPG 1 MB) 
Altstadtplan 16 zur 2. Fortschreibung des Rahmenplanes 2008 (PDF 2,2 MB)