Der Gerberbruch wurde komplett neu gestaltet und erhielt wieder den historischen Gerberkanal.

Sanierung des Gerberbruchs war Auftakt für das "Petriviertel"

Nachdem am 3. August 2011 die neue Warnowstraße übergeben wurde, begann nach umfangreichen Vorbereitungen mit der Sanierung des Gerberbruchs die innere Erschließung des Wohngebietes "Petriviertel". Neben dem grundhaften Ausbau als Anliegerstraße mit Gehwegen beinhalteten die Arbeiten auch einen Neubau des historischen Gerbergrabens. Dieser zählt mit dem künftigen Lohmühlengraben zu den wesentlichen Gestaltungsmerkmalen des neuen Wohngebiets.

In einem ersten Bauabschnitt wurde der historische Gerbergraben abschnittweise freigelegt und durch die Denkmalpflege untersucht. Da die alte Anlage nicht wieder in Betrieb genommen werden konnte, wurde anschließend ein neuer Wasserlauf gebaut. Dafür wurden u. a. 150 Meter Spundwände gesetzt und 130 Holzpfähle mit Winkelstützwänden ins Erdreich gebracht. Ab Jahresmitte 2012 folgte der Bau einer Richtungsfahrbahn und eines Fußwegs auf jeder Seite des Gerbergrabens sowie von zwei Pkw-Brücken an der Einmündung zur neuen Warnowstraße und am östlichen Ende des Grabens. In der Mitte wird er durch eine Fußgängerbrücke ebenfalls passierbar gemacht. Parallel zu den Arbeiten erfolgte auch die Verlegung aller unterirdischen Ver- und Entsorgungsleitungen. 

Unter Führung der Performancekünstlerin Angelika Waniek (l.) wurde das Kunstwerk "Pose" von Barbara Wille (r.) vorgestellt.

Kunstobjekte für den Petripark

2014 wurde ein deutschlandweiter Wettbewerb für Künstler ausgelobt. Über 110 Künstler und Künstlerinnen bewarben sich, 12 wurden für die Teilnahme ausgewählt (Broschüre). Diese Künstlerinnen und Künstler erarbeiteten Vorschläge für je einen frei gewählten Standort. Eine zwölf Meter hohe, leuchtende „Pose“, wie durch Lichtbrechung geknickte Stadtmöbel, ein Stück sich selbst überlassener Natur – diese Arbeiten wurden von einer Jury ausgewählt. Die prämierten Wettbewerbsbeiträge wurden im Herbst 2015 installiert und sind nun im Petriviertel zu beschauen.

Die Preisträgerinnen und Preisträger sind:
Pose“ von Barbara Wille, Berlin (Standort: Uferbereich Petripark),
„Petri Pegel“ von Fritz Balthaus, Berlin (Standort: Uferbereich Petripark)
„Wir woll´n die goldne Brücke bau´n." von Olaf Wegewitz, Huy-Neinstedt (Standort: Nähe der Stadtmauer)

Siegerentwurf der Architekten Marek Jahnke und Markus Fiegl aus Berlin
Die Bootsliegeplätze am Stadteingang sind im Rahmen der Freiflächgestaltung "Alter Warnowarm" entstanden"

Freiflächengestaltung "Alter Warnowarm" sichert Freizeitkapitänen neues Domizil

Die Gestaltung der Freifläche "Alter Warnowarm" mit einer Größe von rund 1,5 Hektar ist Teil des Uferparks, der sich von der Spitze der Holzhalbinsel im Norden entlang des Flussufers der Unterwarnow bis zur Straße „Fischerbruch“ im Süden über fast einen Kilometer erstreckt. Grundlage der Planungen war das Ergebnis eines deutschlandweiten städtebaulichen und landschaftsarchitektonischen Realisierungswettbewerbes, welchen die Architekten Marek Jahnke und Markus Fiegl aus Berlin gewannen. Die Planung überzeugte besonders durch einfache landschaftsplanerische Maßnahmen, die die „Petribleiche“ und dadurch die tieferen Zeitschichten wieder ablesbar macht. An ausgewählten Stellen neben einem gut nutzbaren Hauptweg entstehen geschützte Aufenthaltsbereiche mit Informationen zur Historie. Mehrere attraktive Aufenthaltsorte und Aussichtspunkte in diesem Teil des Uferparks machen die Wasserlage erlebbar, die Rasenflächen sind als Liege- und Spielwiese öffentlich zugänglich. 

Kernbereich der „Freiflächengestaltung Alter Warnowarm“ war ein in Rudimenten noch vorhandener Teilbereich des alten Warnowverlaufes, welcher nach 1900 in großen Teilen zugeschüttet worden war. Hier entstand ein Wasserbecken, welches an den historischen Verlauf der Warnow, ursprünglich dicht unterhalb der Altstadt,  erinnern soll.  Eine Spundwand am Ende des Wasserbeckens markiert das „Abschneiden“ des Flusses vor über 100 Jahren an dieser Stelle. Eine an den beiden Längsseiten des Wasserbeckens eingebaute Uferbefestigung mit Gabionen sichert die Böschungen baulich und ermöglicht zusammen mit einer Vertiefung der Wasserflächen eine Freizeitnutzung des Wasserbeckens für Sportboote. Ergänzt wird das Nutzungsangebot durch eine Trailerrampe.

Die Grünflächen entlang der Warnow erstrecken sich vom Fischerbruch bis zur Holzhalbinsel.

Der Petripark - öffentlicher Grünraum unmittelbar an der Warnow

Seit 2015 werden die unmittelbaren Flächen entlang der Warnow neu gestaltet. Der nun entwickelte Petripark, von dem im vergangenen Jahr bereits ein Teilstück um das neue Hafenbecken im Rahmen der Freiflächengestaltung "Alter Warnowarm" unterhalb der Vorpommernbrücke übergeben wurde, bietet sowohl den Altstadtbewohnern als auch den Bewohnern des unmittelbar angrenzenden Petriviertels, aber auch der Holzhalbinsel völlig neue Lebensqualitäten. Erstmals seit dem 19. Jahrhundert ist das Warnowufer wieder frei erlebbar. Zusammen mit dem reaktivierten Wassergrabennetz des Petriviertels, den neu gestalteten Grünflächen an der Petrischanze und den Grünanlagen auf der Holzhalbinsel entstanden qualitativ hochwertige völlig neue öffentliche Grünräume. An der naturnah mit großzügigen Wiesenflächen, Sträuchern und Bäumen gestalteten Warnowuferkante fügen sich entlang eines barrierefreien Uferweges mehrere Spielbereiche und Kunstobjekte (die Pose und der Pegel) ein.