Dank Wohnungsmodernisierung und attraktiver Umfeldgestaltung haben sich die Einwohnerzahlen in Dierkow stabilisiert.
Das Labyrinth als Logo für Dierkow ist an verschiedenen Stellen auch auf Freiflächen zu finden.

Dierkow hat Potential für attraktiven Stadtteil

Die Großwohnsiedlung Dierkow entstand zwischen 1984 und 1987 als erstes Rostocker Neubaugebiet östlich der Warnow. Das historische Dorf Dierkow wurde bereits 1320 erstmals erwähnt und gehört seit 1913 zu Rostock.

Im Vergleich zu den Plattenbaugebieten im Nordwesten war die Ausstattung der Dierkower Bauten vom zunehmenden Sparzwang der 1980er-Jahre gekennzeichnet. Auf Hochhäuser wurde aus Kosten- und Materialgründen verzichtet, die Wohnungen waren nach einer Grundrissoptimierung noch kleiner, Fahrstühle gab es trotz der Sechsgeschossigkeit nicht. An eine Zentrumsgestaltung wie z. B. in Schmarl war nicht zu denken. Trotzdem waren die Wohnungen begehrt; rund 20.000 Menschen waren um 1990 in Dierkow zuhause.

Wie auch in allen anderen Neubaugebieten sank die Einwohnerzahl nach der Wende rapide. Der sich entwickelnde freie Wohnungsmarkt lockte viele, die es sich finanziell leisten konnten, in attraktivere Gegenden. Zudem folgten zahlreiche Familien den Arbeitsplätzen in andere Städte. Ende 2000 zählte Dierkow knapp 11.900 Menschen, 2005 waren es nur noch rund 10.500. Seit 2014 steigt die Einwohnerzahl leicht an und Ende 2015 verzeichnete Dierkow 10.658 Einwohner.

Bereits 1993 wurde Dierkow ebenso wie Toitenwinkel ins Städtebauförderprogramm "Wohnumfeldverbesserung" aufgenommen, um die von Anfang an nicht ausreichende bzw. kaum vorhandene Infrastruktur zu verbessern. Seit 2002 greift auch das Programm "Stadtumbau Ost"; 2006 kam "Die Soziale Stadt" hinzu.

Die Stabilisierung der Einwohnerzahlen zeigt, dass Dierkow auch Dank der Städtebauförderprogramme das Potential für einen attraktiven Stadtteil hat.

Die RGS koordiniert im Auftrag der Hansestadt Rostock die Förderprogramme und setzt die Maßnahmen um.

Wirtschaftsminister Harry Glawe präsentiert gemeinsam mit Dr. Michael Selling, Kulturamtsleiterin ein Dierkower Andenken aus dem Kunstautomaten während der Eröffnungsveranstaltung.

Neues Stadtteil- und Begegnungszentrum für Dierkow

Gemeinsam mit dem Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus, Herrn Harry Glawe, haben am 20. Mai 2016 über einhundert Gäste – darunter viele Akteure des Stadtteils und ehrenamtliche Unterstützer – das neue Gebäude des Stadtteil- und Begegnungszentrums (SBZ) in Dierkow am Kurt-Schumacher-Ring 160 eröffnet. Das Stadtteil- und Begegnungszentren (SBZ) ist das Herzstück des Stadtteils und die Volksolidarität Rostock-Stadt e. V. als Betreiberin des SBZ freut sich, dass sie ihre Arbeit im neuen Gebäude wieder aufnehmen konnte.

Das alte Gebäude in der Lorenzstraße 66 – ein ehemaliges Kita-Gebäude, ein Plattenbau aus den 1980er-Jahren – war für die Ansprüche und Bedürfnisse eines modernen SBZs seit langem nicht mehr angemessen. So entstand auf den Flächen der ehemaligen Schulen im Kurt-Schumacher-Ring das neue SBZ-Gebäude als ein eingeschossiger u-förmiger Neubau mit Flachdach. Auf einer Fläche von ca. 1.400 m² stehen nun neben Büros auch Bereiche für zielgruppenorientierte Arbeit sowie ein funktionaler Mehrzweckraum für Veranstaltungen zur Verfügung. Die Rostocker Tafel e. V. erhielt eine separat zugängliche Räumlichkeit für die Essensausgabe. Und auch das Hansezimmer findet im neuen SBZ sein zu Hause.

Das gesamt SBZ wurde barrierefrei errichtet und die Außenanlagen neu geordnet. Vor dem Gebäude entstanden 17 Stellplätze und ein eigener Vorplatz. Die Hofseite des SBZ wurde mit Rasen, Bäumen und Büschen begrünt; sie hat auch eine kleine Veranstaltungsfläche. 

Im Zusammenhang mit dem Bau des neuen SBZ-Gebäudes hatte die Hansestadt Rostock auch einen Kunstwettbewerb ausgelobt. Die Künstlerinnen und Künstler der Gruppe „Parallele Welten“, die den Kunstwettbewerb gewonnen hatten, haben unter dem Motto Reisen – DIERKOW ENTDECKEN! gefragt: „Möchten Sie den Stadtteil Dierkow und die Dierkower gerne näher kennenlernen? Wenn Sie Dierkow Ihren Freunden zeigen, wohin führen Sie sie? Was ist typisch für Dierkow?“ Nach einem Workshop im Sommer 2015 entstanden fünf besondere Stadtrundgänge. Der Kunstautomat, welcher nun vor dem SBZ steht, ist Teil dieses partizipatorischen Kunstprojektes, das in Zusammenarbeit mit vielen engagierten Dierkower_innen entwickelt wurde. Er enthält Schachteln mit den fünf entstandenen Vorschlägen für kleine Reisen durch den Stadtteil. Zusätzlich zu diesen Routenvorschlägen findet man darin als Überraschung ein künstlerisches Mitbringsel aus Dierkow, das von Menschen aus der Nachbarschaft gestaltet wurde.