Wohnungsunternehmen und lokale Akteure setzen sich seit Jahren erfolgreich für eine nachhaltige Entwicklung der Fördergebiete ein. Von rechts: ehemaliger RGS-Geschäftsführer Reinhard Wolfgramm, Werner Stoll als damaliger Vorsitzender der Bezirksarbeitsgemeinschaft der Rostocker Wohnungsunternehmen, Bausenator Holger Matthäus und Dierkows Quartiermanager Christian Hanke.
Auch Einwohner werden aktiv: Baumpflanzaktion in Toitenwinkel und Bürgerinitiative für einen Radweg.

Wohngebiete nicht von der Gesamtstadt abkoppeln

Stadtteil um Stadtteil wuchs das sozialistische Rostock der 1950er bis 1980er Jahre, bis schließlich rund 250.000 Menschen an der Warnow zuhause waren. Etwa die Hälfte von ihnen wohnte 1990 in einer der sieben Großwohnsiedlungen.

Die gesellschaftlichen Veränderungen der Wende ließen Rostocks Einwohnerzahl auf unter 200.000 sinken, was sich besonders in der "Platte" negativ auswirkte: Zahlreiche Wohnungen standen leer, die Kaufkraft sank, Kultur- und Versorgungseinrichtungen schlossen. Auch Kindertagesstätten und Schulen mussten wegen sinkender Kinderzahlen aufgegeben werden und wurden abgerissen. Die oftmals ohnehin nicht ausreichende Infrastruktur wurde schlechter; es mangelte an funktionierender Straßenbeleuchtung, geordneten Gehwegen, ausreichend Spielplätzen und Grünanlagen. Hinzu kam ein nicht zu deckender Bedarf an Pkw- Stellplätzen, da die Zahl der Autos Anfang der 1990er Jahre rasant anstieg. 

Trotz einer anhaltend guten sozialen Durchmischung und des einsetzenden großen Engagements der Wohnungswirtschaft bei der umfassenden Sanierung ihres Bestandes sank das Image einiger Stadtteile besonders. Ziel der Hansestadt Rostock war und ist es deshalb, die am stärksten betroffenen Wohngebiete Groß Klein, Schmarl, Dierkow und Toitenwinkel aber auch Evershagen vor einer Abkoppelung von der gesamtstädtischen Entwicklung zu bewahren und durch zielgerichtete Förderung dem eingetretenen Entwicklungsprozess entgegenzutreten. 

Möglich war dies u. a. mit Hilfe von Städtebauförderprogrammen. Bund und Länder hatten bereits Anfang der 1990er Jahre ein Programm zur Wohnumfeldverbesserung initiiert, um Straßen, Wege und Plätze erstmals herzustellen bzw. zu sanieren. Ab 1993 flossen daraus Mittel nach Rostock. Als Fortführung des Wohnumfeldprogramms startete die Bundesregierung im Jahr 2002 das Programm "Stadtumbau Ost", das einer Stabilisierung von Stadtteilen dient, in denen die Gebäude vom Verfall bedroht sind. Was beide Programme jedoch nur begrenzt leisten können, ist eine Verbesserung der sozialen Infrastruktur, der Situation der lokalen Wirtschaft und des Gesamtimages der Stadtteile. Eine Verknüpfung aller Handlungsfelder wurde erst mit dem Bund-Länder-Programm "Die Soziale Stadt" möglich, das 1999 ins Leben gerufen wurde.

Die RGS koordiniert im Auftrag der Hansestadt Rostock die Förderprogramme und setzt in enger Abstimmung mit dem Finanzverwaltungsamt, aber auch mit Wohnungsunternehmen und sozialen Trägern förderfähige Maßnahmen um.